Geschichte

 Wenn die Zeit reif ist

 Vom «Nationalen Krebsprogramm» zur «Nationalen Strategie gegen Krebs» zum nationalen Netzwerk im Krebsbereich «Oncosuisse Forum» 
von Dr. Kathrin Kramis-Aebischer

 Wir stehen vor einer Wende. Was 1999 seinen visionären Ursprung hatte, wird nun 2021 als «Oncosuisse Forum» Tatsache. Nach 20 Jahren intensivster Arbeit und vor dem Hintergrund beharrlicher Entschlossenheit sowie ausdauerndem Engagement namhafter Persönlichkeiten kann das Nationale Netzwerk im Krebsbereich seinen Betrieb am 1. Januar 2021 aufnehmen. 

Visionen, welche 1999 formuliert wurden, haben Gestalt angenommen, sind zu einer unverrückbaren Realität herangewachsen. Diese Gegebenheit bedarf eines Rückblicks auf die letzten 20 Jahre sowie eines Ausblicks auf das Neue. 

Doch auch ein herzhaftes Dankeschön gebührt hier allen Visionären, Initiantinnen und Initianten, Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, Handelnden, welche unermüdlich an diesem Werk mitgearbeitet und am Gelingen mitgewirkt haben, welche investiert haben, welche sich durch Rückschläge und Hindernisse nie entmutigen liessen, welche vor dem Überwinden von Hindernissen nicht zurückschreckten, welche keinen Aufwand scheuten, welche ihre Kenntnis, Erfahrung und Gestaltungskraft sowie den nötigen Schwung gepaart mit Fachwissen und entschlossener Umsetzungsplanung immer wieder eingebracht haben. 

Rückblick 

1999 wurde die Oncosuisse auf Empfehlung und Anraten von Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss als Verein gegründet. Sie bestand aus fünf Organisationen (KLS, KFS, SAKK, SPOG und NICER). Bezweckt wurde, eine Gesellschaft zu gründen, welche die Gesundheitsförderung im Rahmen einer nationalen Krebsbekämpfungspolitik in den Fokus stellt. Dabei sollte die Gesundheitsförderung in einem Nationalen Krebsbekämpfungsprogramm hohe Priorität haben: Einerseits sollte eine Änderung der Lebensstile der Bevölkerung zu einem nachweisbaren Rückgang der Krebsinzidenz in bestimmten Bereichen (z.B. Lungenkrebs, Darmkrebs) führen. Andererseits setzte sich der Verein zum Ziel, politische Entscheide unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik in die Wege zu leiten. Dies bedeutete insbesondere, die Krebsforschung und die Behandlung im öffentlichen Bewusstsein und in der Politik zu positionieren, zu verknüpfen, hierfür Mittel zu bündeln und gezielt einzusetzen, Doppelspurigkeiten und Partikulartinteressen zu beseitigen sowie Synergien zu schaffen. Oncosuisse hat demzufolge Zielsetzungen formuliert, welche von BAG, GDK und FMH gutgeheissen wurden:

  • Das Konzept einer Nationalen Krebsbekämpfungspolicy sollte von allen wichtigen Partnern akzeptiert sein.
  • Die Zusammenarbeit im Rahmen der nationalen Gesundheitspolitik sollte geregelt sein.
  • Die Schweiz sollte über eine Nationale Krebsforschungspolicy als Grundlage und Bestandteil einer wirksamen und umfassenden Krebsbekämpfungsstrategie verfügen.
  • Die Schweiz sollte über ein nationales (multizentrisches) Krebsinstitut und über funktionierendepolyvalente regionale Krebszentren und Netzwerke verfügen.

Die Oncosuisse sollte also alle relevanten Kräfte der Forschung, Prävention, Behandlung, Betreuung und Politik vereinigen. Alle integrierten Institutionen sollten in dieser Struktur ihre eigene operative Verantwortung und Aufgabe behalten, sich aber verpflichten, so weit als möglich den strategischen Empfehlungen der Oncosuisse nachzukommen. Ein gewichtiges Vorhaben, was bedingte, dass das Vertrauen der Akteure in die neue Organisation «Oncosuisse» aufgebaut werden musste…

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